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Langfassung
des Rechenschaftsberichtes zur Jahreshauptversammlung 2001
des City-Management Rosenheim e.V.
durch den Geschäftsführer Günter Boncelet

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Gäste,

Rechenschaftsbericht meint laut Wörterbuch: Bericht über geleistete Arbeit und Rechnungslegung. Dies wollen wir nun tun. Erweitert um ein paar grundsätzliche Bemerkungen, um ein paar Einschätzungen und einen Ausblick auf zukünftig zu leistende Arbeit.

2 Jahre City-Management Rosenheim. Das heißt: 2 Jahre treue oder neue Mitgliedschaft, vielfach aktive Begleitung eines neuen Weges, eines neuen Kapitels im Leben der europäischen Städte. 2 Jahre City-Management Rosenheim heißt auch: Verdreifachung der Mitgliedschaft in 2 Jahren.

Und darum an dieser Stelle deutlich vorweg: meinen Dank. Unseren Dank an alle, die uns - auf welche Weise auch immer- begleitet haben, die uns unterstützt und geholfen haben. Durch diese- insbesondere natürlich durch den finanziellen Beitrag der Mitglieder, ist alles, worüber wir hier berichten, erst möglich geworden. Auch durch die Unterstützung aus der Politik und durch die nach wir vor gute und faire Kooperation mit den Medien.

Ihnen allen und natürlich insbesondere allen Aktiven, die ich hier wirklich nicht einzeln aufzählen kann, unseren ganz herzlichen Dank.

Nun, vor einem Jahr haben wir Rechenschaft gelegt über die ersten 12 Monate und naturgemäß ging es noch stark um den organisatorischen Aufbau und die ersten Schritte - z.B. mittels Kooperationen sich im Leben der Stadt zu verankern, erste eigene Veranstaltungen durchzuführen und um die Entwicklung erster neuer Service Elemente. Über ein Wachsen und Werden und erste Profilbildung.

Darüber soll heute nur noch wenig die Rede sein, denn vorweg: Der Verein City-Management ist inzwischen ein fester und ernst zu nehmender Bestandteil des Rosenheimer Lebens,- dies räumen inzwischen auch viele ein, die dem Projekt anfangs skeptisch bis ablehnend gegenüberstanden.

Vor einem Jahr haben wir also erste Rechenschaft gelegt und haben auch Ankündigungen gemacht, wie ich dem Bericht aus dem Jahre 2000 entnehme. Schauen wir, was daraus geworden ist: Da hieß es, daß wir vom 30.06.-02.07.2000 versuchen werden, ein großes, neues Stadtfest ins Leben zu rufen.

Wir haben es nicht nur versucht, sondern wir haben das bunteste und größte Stadtfest in Szene gesetzt, das bisher stattgefunden hat und wir haben einen Standard markiert, der einer Stadt mit der Bedeutung Rosenheims angemessen ist. Hinter diesen Standard sollte man -wenn es irgendwie geht- nicht mehr zurückkehren. Ca. 70.000 Besucher und die unglaublich positive Resonanz bestätigen die Richtigkeit dieses Ansatzes.

Hier (wie bei so vielen anderen Ansätzen) hieß es im Vorfeld "Das geht in Rosenheim nicht"... und am Samstagabend dann waren nicht nur der Max-Josefs-Platz und der Ludwigsplatz, sondern auch der Salzstadel ausverkauft, wenn man so will. In Rosenheim geht mehr als sich mancher in Rosenheim zutraut. Oder will. Später dazu mehr.

Der erste unter unserem Namen und unserer Regie durchgeführte Kindertag hat ebenfalls Maßstäbe gesetzt,- Grundlage für die eingeleitete Etablierung dieses Projektes.

Dann steht dort im Bericht des Vorjahres, daß wir aus Vietnam eine Theatergruppe mit einmaliger Darbietung begrüßen wollen. Ein Wassermarionettentheater reiste aus dem fernen Land in Asien an. Es war eine unserer schönsten Darbietungen, aber (nomen est omen): Das fiel ins Wasser, leider und schade.

Äußerst positiv und ebenfalls förderlich für den Namen des Vereins war die
1. Lange Nacht von Rosenheim. 21 Stationen wurden trotz nass-kühl ungemütlichem Wetter angelaufen oder per Bus angefahren und überall wurden künstlerische und oder museale Darbietungen auf hohem Niveau gezeigt; erstaunlich viele Familien waren unterwegs und noch immer erwähnen die Menschen die gelöst heitere Stimmung in den Häusern, auf Straßen und Plätzen und noch spät in der Nacht in den Gaststätten.

Ebenfalls sehr gut besucht, aber nach Meinung einiger Beobachter nicht ganz so gelöst, war die Atmosphäre bei der ersten versuchten Open-Air-Silvester-Party (wobei ich als Besucher mitten darinnen es nicht ganz so empfunden habe wie oft berichtet, auch die Polizei hat diesen Eindruck im übrigen bestätigt). Das Bedürfnis ist da (ganz offensichtlich und von uns richtig eingeschätzt) aber bei soviel Gegenwind sehe ich jedenfalls kein Bedürfnis auf Wiederholung,- allenfalls im Verbund mit vielen anderen Partnern, die sich die Verantwortung und Organisation teilen.

"Rosalia !"- so der heitere Ruf der Rosenheimer Narren, die wir mit Partnern gemeinsam zu Beginn der Saison zur öffentlichen Proklamation des Prinzenpaares geladen hatten und an deren Ende zum Faschingstreiben.
Wie ich bereits in einem Interview erwähnte: Es hat auch zuvor erfolgreiche Faschingstreiben gegeben, aber auch hier wurden neue Elemente eingefügt, die große, neue Zielgruppen ansprechen. Auch hier darf es kein Zurück zu alten Formen und Schemata geben.

Inzwischen wurden auf unseren Wunsch und unser Betreiben- im Zusammenwirken mit dem Einzelhandelsverband- die Warenmärkte in die Innenstadt zurückverlegt. Details sind noch zu analysieren und der Markt kann sicher noch erheblich aufgewertet werden, aber der Publikumsandrang hat gezeigt, daß dies ein richtiger Weg war.

Eine besondere Freude war schließlich die Tatsache, daß sich Anfang April 15 Mitglieder aus dem Verein zu einer glänzend inszenierten und auf hohem Niveau durchgeführten Modenschau zusammengeschlossen haben. Außerdem fand der erste große Rosenheimer Modellwettbewerb statt.

Auch wenn uns das Wetter hier einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht hat: Die meisten Teilnehmer, die auch diesen frühen Termin beschlossen hatten, plädierten für Wiederholung,- diese aber dann wohl im Spätsommer. Nun, ich will es hierbei belassen und ein Fazit im Bereich Veranstaltungen ziehen und dann einen Ausblick geben.

Wir werden sicher nicht im Großen und Ganzen mit den Möglichkeiten der Großstädte konkurrieren können, obwohl die Menschen natürlich stets die Entwicklung in benachbarten Metropolen zum Vergleich heranziehen. Fest steht, daß sich das Image Rosenheims inzwischen weiter zum Positiven zu ändern beginnt. Und daran hat unser Verein gewiss seinen Anteil.

Bitte erinnern Sie sich an die enormen Leistungen von Kulturamt und VKR (hier sei noch einmal die erfolgreiche Römerausstellung und das großartige Begleitprogramm erwähnt) oder es sei auf die Aktivitäten von Herrn Baumann verwiesen (der Opernball am Max-Josefs-Platz wird noch heute zitiert); es sei erinnert an Jugendfestival und Kleinkunsttage- und an die Veranstaltungen des Wirtschaftlichen Verbandes- denn es ist nicht Wasserburg oder Prien- nein, es ist Rosenheim mit dem größten und populärsten Volksfest weit und breit- und nun noch ein neues, modernes und engagiertes Kino; der Hofbräusaal hat seinen Dornröschenschlaf beendet - wenn man dies und vieles, was ich hier nicht aufzählen kann summiert, dann soll mir bitte niemand mehr sagen: in Rosenheim ist nichts los.

Und daran, liebe Vereinsmitglieder, liebe Gäste hat unser Verein- ich betone es noch einmal- einen guten Anteil und Verdienst.

Und es hat sich mehr als deutlich bewiesen, daß es sehr wohl Sinn macht, für Aktivitäten wie die oben genannten- vor allem im Anblick ihrer Größe und Anzahl- ein hauptamtliches Koordinierungszentrum zu schaffen, von dem Impulse ausgehen, finanzielle Mittel gebündelt und bereitgestellt werden und von dem wesentliche organisatorische Leistungen ausgehen. (Und natürlich sind solche Leistungen nicht kostenlos zu erhalten.)

Es war ebenfalls richtig, sich nicht hauptsächlich auf die Koordinierung und Verbesserung des bereits Bestehenden zu kaprizieren- das haben wir mit Kindertag und Stadtfest in gewisser Weise getan- es hat sich aber dabei und bei anderem gezeigt, daß viele Lücken zu schließen waren.

Aber noch eines: Leider müssen wir immer wieder hören, daß es Kräfte gibt, die unsere Leistungen -sagen wir es freundlich: "schmälern" - zum Beispiel mit der ständigen Vorhaltung: das haben wir doch früher auch gemacht, und genau so erfolgreich- aber viel billiger usw.

Dazu nun auch einmal eine Antwort: Wenn wir die Dinge heute anders angehen, dann nicht, weil wir frühere Verdienste nicht anerkennen wollen. Doch jede Tat hat ihre Zeit und jede Zeit ihre Verdienste. Wir behaupten nicht, daß wir alles perfekt und ausschließlich besser machen. Aber: Wir machen vieles anders.

Auch, weil sich -und das ist belegbar- manche Konzepte schlicht und einfach überholt und totgelaufen hatten und das wird mit unseren noch nicht ganz entwickelten Konzepten eines Tages ebenso sein. Aber wir haben auch vieles verändert, weil aus persönlichem Hader heraus manche Akteure der Innenstadt nicht miteinander gearbeitet haben. Nichts anderes meine ich, wenn ich größtmögliche Neutralität reklamiere und sage, daß ich auf alte Zusammenhänge nicht immer schauen kann. Ich kann nur nach vorne schauen. Und das werde ich auch in Zukunft tun, solange mit Vorstand und Verein das Vertrauen geben.

Also: Die Konzepte müssen erweitert und ausgebaut und nicht in altbewährte Muster zurückgeführt werden.

Zu den Kosten des Stadtfestes: 1. Es stimmt nicht, daß die Kosten für das Stadtfest in utopische Höhen geschnellt sind. Ich erinnere daran, daß eine Stadt wie Ludwigsburg für die Venezianischen Nächte knapp 450.000 DM ausgibt und eine Stadt wie Krefeld für ihre inzwischen gigantische Modewochen ein Budget von mehreren Millionen Mark hat,- ich könnte dies jetzt stundenlang fortsetzen. So ein Stadtfest ist überall das größte Open-Air-Sommerfest der Städte und mit Gesamtkosten von rund 140.000 DM lag unseres noch immer im unteren Bereich der Skala. Davon wurden rund 80.000 DM durch Einnahmen abgedeckt und 60.000 DM durch den Verein aufgebracht- und das Geld war durch hohe Rücklagen aus 1999 vorhanden. An keiner Stelle wurde leichtfertig einfach darauf losgeplant, aber: niemand in dieser Stadt hatte bisher Erfahrung mit einem Stadtfest dieser Größe - und das kann dennoch nicht heißen, daß man es deshalb niemals ausprobiert. Heute wissen wir, daß es in dieser Qualität etwa 130-150 TDM kostet.

Die Frage ist: will Rosenheim ein solches Fest? Ich meine, Rosenheim ist sich ein Ereignis dieser Art für seine Gäste und Bürger schuldig. Was nicht heißt, daß das Konzept überarbeitet und gestrafft werden muß und einige Kostenfresser überprüft gehören.

Aber da gibt es noch ein Problem: In §4 der Satzung heißt es "Zweck des Vereins ist es, die Entwicklung der Innenstadt der Stadt Rosenheim als Wohn-, Ausflugs- und Einkaufsort zur Sicherung ihrer oberzentralen Funktion zu fördern und die Attraktivität und Lebensqualität zu stärken". Zwischen der Erhöhung der Attraktivität und der Innenstadt als Ort des Wohnens gibt es immer wieder eine Diskrepanz. Leben in der Innenstadt ist ein doppeldeutiger Begriff: Einmal meint er das Wohnen und ein anderes Mal die Belebung im Sinne von: hier ist Leben, hier ist etwas geboten

"Nicht die Ruhe einer Alm" titelte das OVB am 12./13.04.01 einen Artikel zur Bürgerversammlung Mitte. Gemeint war eine Aussage des Herr Oberbürgermeisters gegenüber protestierenden Bewohnern der Innenstadt, die sich über zunehmenden Lärm beschwerten- das Zitat lautet gesamt: "Wer in der Innenstadt wohnt, kann nicht die Ruhe einer Alm erwarten."

Tatsache ist, daß gerade in den letzten 2-3 Jahren die Innenstädte langsam wiederentdeckt werden. Und zwar auch deshalb, weil sie ihre oftmals trostlose Atmosphäre aufgebrochen haben, ihre Sprachlosigkeit verloren haben. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen weisen darauf hin, daß die Innenstädte, die City- zunehmend ein Ort des Erlebnisses werden oder daß eben dies vom Publikum zunehmend erwartet wird. Egal auf welcher Ebene. Sei es der Einkauf oder die Ereignisse auf Straßen und Plätzen oder in den Clubs.

Gibt es wie in München und Düsseldorf eigentlich schon sogenannte After Work Open-Air-Treffs? Kaum. Und dies ließe sich fortsetzen. Wir sind in vielerlei Hinsicht erst am Anfang einer Trendwende.

Es gibt zahlreiche neue Bedürfnisse und auch, wer meint, das ginge ihn nichts an und das sei nur neumodischer Firlefanz möge sich vor Augen führen: Niemand würde sich heute noch die Sportschau in der Form von vor 15 oder 20 Jahren anschauen wollen- vor allen Dingen, weil sich die Sehgewohnheiten durch oder mit den Präsentationsformen grundlegend gewandelt haben.

Doch zurück zum Problem des Lärms: In den USA gibt es zahllose Städte, die keine Innenstadt kennen. Auf der einen Seite ein großes Krankenhaus, auf der anderen ein Einkaufszentrum, dazwischen die Wohn-Schlafstadt mit Kirche und Rathaus.

Aber anstatt den aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen, scheint man sich diese für Europa eher untypische Lebensform auch hier zu wünschen.
50 protestieren,- 150.000 feiern und fühlen sich wohl und berichten darüber. Auch zahlreiche Anwohner der Innenstadt sagen uns: endlich ist hier etwas los. Und dies sind bei weitem nicht die sogenannten jungen Menschen. Auch dieses Argument, daß es insbesondere oder ausschließlich die Jungen freut, daß sich was regt, stimmt so nicht.
Ich habe es bei meiner Antrittsrede 1999 erwähnt: Sehr viele von denjenigen, die heute 40, 45, 50 Jahre alt sind, sind nicht mehr mit Peter Alexander aufgewachsen, sondern oftmals von den Beatles oder Rolling Stones sozialisiert worden und nun ist eine ehemalige Jugendbewegung eben ins Alter gekommen;
vor kurzem war doch Realität, daß der Chef der Rolling Stones älter war als der Präsident der Vereinigten Staaten. (Ist vielleicht immer noch so) Gerade diese Altersgruppe war bei allen Veranstaltungen stark vertreten.

Es wird Zeit, zur Kenntnis zu nehmen, daß ein großer Teil der Bevölkerung (das zeigen viele Umfragen und Beobachtungen) lebendige und frische und moderne Events verlangt und besucht. Und dahinter wächst bereits eine neue Generation nach, die ebenfalls das Recht auf ihre Interessen und ihren Ausdruck hat. Bei allem Verständnis: aber die Stadt, die City gehört nicht nur einigen Dutzend Bürgern allein.

Wir können an dieser Stelle nur noch einmal um Toleranz bitten: So wie wir uns bemühen, die Dinge im Rahmen zu halten so bitte wir die - vielleicht vergleichsweise eher wenigen unzufriedenen Bürger - die Wünsche einer nachweislichen Mehrheit ebenfalls zu tolerieren.

Seien wir doch ehrlich- nach wie vor und normalerweise wird auch heute noch an 80% aller Jahrestage ruhig und beschaulich in Rosenheim gelebt,- auch in der City.
Für viele übrigens zu ruhig.

Dennoch: Wir müssen manches versuchen, daß die einseitige Zuweisung der Aktivitäten auf den Max-Josefs-Platz verringert wird. Rosenheim ist mehr als nur ein -wenn auch attraktiver- Platz.

Aber es geht ja nicht nur um das friedliche Leben in der Innenstadt,- es geht ja auch um den Wirtschaftsstandort Rosenheim, zu dem ich nun kommen möchte.

Grundsätzlich gilt es zu vermelden, daß wir nach wie vor eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband, dessen Vorsitzender sich heute entschuldigen lässt, entwickelt haben. Ebenso mit anderen Wirtschaftsverbänden wie den Wirtschaftsjunioren Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer und durch unsere "Wohngemeinschaft" auf der Loretowiese ab August zunehmend auch mit dem Wirtschaftlichen Verband. Verstärken müssen wir unsere Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der IHK und dem Gewerbeverband.

Wir waren aktiv in die Vorbereitung der Einzelhandelsstudie eingebunden und sind bei den Einzelhandelsgesprächen ebenfalls mit dabei. Diese enge Bindung ergibt sich auch aus der Tatsache, daß Innenstädte traditionell Marktplätze, Handelsorte sind. Traditionell sammelt sich hier also insbesondere auch der Einzelhandel. Von den potentiell zu erzielenden 1,4 Milliarden DM Umsatz wird noch immer der überwiegende Teil in der Innenstadt generiert. Das hat sich in anderen Städten bereits umgekehrt.

Viele der bisher aufgezählten Maßnahmen unseres Vereins sind sicherlich nicht unmittelbar in Mark und Pfennig messbar und haben auch keinen Einfluß auf Mietpreise in der Innenstadt, aber wenn Standorte heute zunehmend davon bestimmt werden, wieviel Attraktivität man Ihnen zuspricht und Attraktivität heute stark an den Erlebniswert gebunden ist, so können wir sagen:
a) dazu tragen wir durchaus bei
b) geht es ja immer auch darum, aus potentiellen Zahlen reale zu machen und die realen immer auch zu verbessern. Nicht ausruhen, nicht stagnieren ist das Motto.

Andererseits: Die Zahlen sind insgesamt gut und ich kenne sehr viele zufriedene Einzelhändler. Doch es gibt neben den traditionell guten Lagen und hochfrequentierten Häusern auch die kleine Boutique in der Nebenlage, die trotzdem 6-8 TDM Monatsmiete bezahlen muß; ähnlich geht es vielfach der Gastronomie.

Und es gibt den kleinen Wein- u. Kunstladen, die kleine Galerie, das Anglergeschäft, Handarbeitsläden und solche, bei denen es tatsächlich noch eine einzelne Schraube zu kaufen gibt, die durch ihre versteckte Lage nicht zur Kenntnis genommen werden, letztendlich aber erst die Buntheit einer Innenstadt ausmachen. Sie können sich keine 1a-Lage leisten und das Dorf bringt noch weniger Umsatz. Sie stehen zwischen Baum und Borke. Aber gerade sie sind das Salz in der Suppe einer City.

Es sind diese vielen kleinen und speziellen Geschäfte, oftmals Treffpunkt und durchaus nachbarschaftsverbunden, die es ebenfalls zu kommunizieren gilt. Bei aller Zufriedenheit mit den Generalzahlen. Zentrales Anliegen könnte daher in den nächsten 1-2 Jahren die Erstellung eines Innenstadtprofils sein, auch als einer unserer Beiträge zum Stadtmarketing.

Es geht um eine Analyse der Innenstadtquartiere. Erste Sitzungen haben stattgefunden mit der Innstraße, die eine harmonische und aktive Gemeinschaft bildet, welche geschlossen unserem Verein beigetreten ist.

Ziel unserer Bemühungen soll es sein, daß sich jedes Quartier über seine Stärken und Schwächen selbst bewußt wird. Dazu ist es einfach notwendig, daß viele Aktive in einem Quartier zusammenkommen und beraten. Wenn es geht, führen wir Meta-Plan-Analysen durch, so wie in der Innstraße und nun zuletzt bei einem Treffen mit Vertretern der Altstadt Ost. Es werden folgen: Heilig-Geist-Straße, Esbaum, Salinstraße, Bahnhofstraße, Salinplatz und andere. Am Ende der Beratungen soll eine Broschüre stehen, die als Wegweiser durch die Besonderheiten der Innenstadt dienen soll. Alle Quartiere sollen außerdem eigenes Werbematerial haben, ein eigenes Logo, das beispielsweise als kleine Fahne an Laternen hängt, als Banner an den Eingängen zu den Quartieren und als Plakat in den Geschäften aufscheint, aber trotzdem abgestimmt ist mit den anderen Quartieren und es soll Wegweiser geben, die den Gästen und auch den Bürgern klar machen, daß sich die Rosenheimer Innenstadt nicht in der Münchener Straße und dem MJP erschöpft.

Bei allen Bemühungen wollen wir natürlich die Verwaltung einbeziehen und bitten umgekehrt um Zustimmung dazu, daß diese Initiative vom Verein City-Management ausgeht und daß möglichst viele Betroffene in den Quartieren in die Beratungen einbezogen werden- das ist oftmals stimmiger als reine Planung.

Nun noch zu einem Schwerpunktthema anderer Art: Obwohl die Münchner Straße ein wichtiges und junges Einkaufszentrum im Herzen der City darstellt, beobachten wir einige Entwicklungen eher mit Sorge. So einfach, wie zu hören und zu lesen ist, daß die Ketten, die sich hier ansammeln, junges Publikum befriedigen ist die Sache leider nicht.

Was früher die Aufgabe inhabergeführter Geschäfte war (diese finden sich heute eher in den 1b-, 2a- und 2b-Lagen), das haben im Laufe der Zeit oftmals Filialisten übernommen. Niemand käme heute noch auf die Idee, Karstadt oder C&A oder K&L Ruppert, die Kaufhalle und andere als Ortsfremd zu betrachten oder die fehlende Inhaberführung zu bemängeln. Dies aber auch, weil sich diese Häuser nicht nur durch breites Angebot, sondern durch erhebliches Engagement in und für die Stadt ihres Wirkens, für ihren Standort auszeichnen,- siehe das Engagement aller genannten großen Häuser im Verein City-Management.

Ganz anders die sogenannten Ketten: weder die Aktivitäten unseres Vereins noch z.B. die Unterstützung des Wirtschaftlichen Verbandes bei den Kosten der Weihnachtsbeleuchtung ist anzuzeigen,- von eigenen Aktivitäten ganz zu schweigen.

Vor allem darin gleichen sie sich in ganz Deutschland, nicht nur durch Uniformität von Ware und Präsentation. Sie bringen sicherlich ein gutes Angebot- aber sie sind in der Regel Trittbrettfahrer. Abgesehen davon, daß sie das Mietpreisgefüge erheblich nach oben verändert haben. Was hier störend ist, ist das absolute Desinteresse am jeweiligen Standort.
Und was nun in Rosenheim erschwerend hinzukommt: in der Zeile Münchener Straße gibt es keinen Mix mehr. In kaum einer Stadt ist die Ansammlung dieser Ketten so massiv wie hier. In der Alltagspsychologie empfinden dies daher viele Besucher und viele Bürger in dieser Massierung als Tendenz zum Billigen. Die Lage verliert an Ansehen.

Und nun kommt hinzu: Alkoholiker im Park, mangelnde Reinigungsintervalle (letzte Reinigung Freitagmittag, dann erst wieder Sonntagfrüh), schlechte Beleuchtung, Leblosigkeit im Salinpark, zum Teil geballte Ansammlung meist ausländischer Jugendlicher am Abend bei merkwürdig lustig-launigem Parkverhalten - subjektive Unsicherheit steigt auf, Frauen gehen am Abend dort nicht mehr gerne entlang und durch den Park schon gar nicht.

Hier wollen wir aktiv werden. Ein Arbeitskreis Münchener Straße ist gebildet, der in enger Abstimmung mit der Stadt und dem Arbeitskreis SiSa zunächst ein Vorgehen erarbeitet und dann versucht, Entwicklungsstufen für das Gebiet zu entwickeln.

Wir wollen Kontakt aufnehmen mit den Verantwortlichen der Ketten ebenso wie mit Hausbesitzern, mit den Jugendlichen und mit allen, die dazu beitragen können, die Situation zu verbessern. Auch ein Konzept für den Salinpark soll diskutiert werden.

Serviceleistungen war unser Thema und muß es wieder werden.
Eine Kinderbetreuung in der City haben wir begonnen, die noch ausgebaut werden muß. Insbesondere auch in der Adventszeit hat sich solch ein Angebot bewährt,- die Gepäckaufbewahrung dagegen wird noch immer eher verhalten angenommen.

Das Chip-System, daß unter unserem Dach lebt und dem ich vorstehe, ist in eine Reformationsphase eingetreten. Die Ausgabe der Parkchips war erheblich gesunken,- durch neues Werbematerial und zahlreiche neue Mitglieder wollen wir dieses Instrument weiter beleben und etablieren. Ich darf aber an alle Mitglieder des Chip-Systems appellieren: sammeln Sie die Chips nicht in Ihren Geschäften: geben Sie diese aktiv an Ihre Kunden aus !

In Absprache mit der Stadt und dem OVB wollen wir eine Stauquellenanalyse durchführen. Wir wollen per Aufruf die Alltagskompetenz der Bürger abfragen. Vielleicht gibt es Vorschläge, die mit wenig Umsetzungsaufwand bewirken, den Verkehrsfluß zu verbessern.

Auch wurde im letzten Bericht die Einrichtung einer Internetseite des Vereins angekündigt, um damit einen Schritt in die Zukunft machen zu können. Für alle, die diese Seiten noch nicht gesehen haben die Adresse lautet: www.ro-city.de.

So, nun könnte ich noch über den Workshop Stadtmarketing berichten. Sicher ist, daß eine solche Diskussion wichtig ist, denn die City ist nur ein Ausschnitt, wenn auch ein wichtiger Ausschnitt aus der gesamten Stadt und wir sollten nicht an den Bestrebungen der Gesamtstadt vorbei planen. Der erste von bisher zwei Workshops hat ergeben, daß die oberste Priorität bei der Frage einer besseren Vermarktung und einer Image-Verbesserung ein großes zentrales Ereignis sein könnte, daß auch in Köln und Kiel kommunizierbar ist.

Von meiner Seite steht noch immer der Vorschlag im Raum, einen -dem Namen der Stadt angepassten- Medienpreis zu stiften und zwar in verschiedenen Sparten. Den "Rosenpreis" mit gleichzeitiger Anlage eines Rosenparks im Riedergarten mit Ehrenfeldern für die Ausgezeichneten.

Was es auch sei: Vor einer Entscheidung sollte in jedem Falle die absolute Konsensfähigkeit hergestellt werden. Hier muß es zu einer großen, von allen getragenen Aktion kommen, damit nicht am Ende Mittelmaß oder Konkurrenz das Geschäft bestimmt.

Abschließend noch zwei Anmerkungen zu den wenigen Dingen, die nicht positiv verlaufen sind oder nicht realisiert wurden:
§ Die meisten der einst gegründeten Arbeitskreise haben ihre Arbeit erledigt, andere haben nicht zu Konzept oder Kontinuität gefunden
§ Der Beirat wurde einst auf die Arbeitskreise aufgeteilt, aber das hat nicht funktioniert
§ Und schließlich: Die oft angekündigten, regelmäßigen Mitgliedertreffen haben bis heute nicht stattgefunden.

Meine Bitte: Es mögen sich alle Aktiven um das Thema Münchener Straße sammeln, dann können wir viele Bereiche wie Stadtgestaltung, Erlebnis, Service usw. an einem exemplarischen Beispiel abarbeiten.

Und nun zum Abschluß noch die Skizzierung geplanter Veranstaltungen für dieses und für das nächste Jahr (damit beim nächsten Bericht geprüft werden kann, was daraus geworden ist).

Am kommenden Wochenende, also am 19. und 20. Mai findet der 1. Rosenheimer Automobilsalon statt. 15 Autohäuser, bzw. Marken präsentieren sich gemeinsam und es gibt ein recht schönes Kulturprogramm. Druckfrische Programme liegen auf den Tischen aus. Am 23.5. rufen wir gemeinsam mit dem City-Dome zur Endspielparty "Bayern gegen Valencia" in die Hammerhalle: Superbeamer, Superleinwand und super Stimmung sind angesagt. Am darauffolgenden Samstag, dem 26.5. findet der
2. Kindertag unter unserer Federführung statt. Wie versprochen wächst der Kindertag noch immer und es nehmen noch mehr Partner teil,- auch hier liegt ein Werbeblatt aus.

Und am 30.6. dann die 2. Lange Nacht von Rosenheim. Dieses Mal also im Sommer und unter Mitwirkung des Handels. Dieser darf laut Stadtratsbeschluss bis 21 Uhr die Verkaufsstellen geöffnet halten. Uns liegen ca. 60 Anmeldungen vor. Im Bereich Kunst werden die städtischen Museen, das Innmuseum, der Lokschuppen, Kirchen, Hofbräu-Ballhaus, Citydome und viele andere von 19.00-01.00 Uhr mitwirken. Und wir hoffen noch immer auf aktive Beteiligung der Verwaltung. Außerdem wird es Abschlußpartys geben.

Anfang August ist im Rahmen des Historischen Stadtspiels ein Historischer Markt geplant. Und um dem Gedanken der City-Gemeinschaft Ausdruck zu verleihen, rufen wir für den Oktober zu einem großen Schaufensterwettbewerb auf, der quasi um den Mantelsonntag herum plaziert ist.

Und natürlich übernehmen wir wieder unseren Part am Adventgeschehen. An dieser Stelle noch einmal die Bitte: Helfen Sie, daß unser Werbematerial an die Bevölkerung gebracht wird.

Inhaltlich die Quartiersanalysen, die Projektgruppe Münchener Straße und auch eine Selbstdarstellungsbroschüre für den Verein, natürlich auch weiterhin Gremienarbeit und Mitgliederwerbung und in 2002 dann hoffentlich wieder ein attraktives Stadtfest, den Kindertag, Auto- und Modenschau... jedenfalls Dinge, die die Menschen interessieren. Auch über Kundenbindungskarten wird zu sprechen sein.

Und nun möchte ich doch noch einen ganz speziellen Dank übermitteln: Dank für zwei Jahre guter und fairer Zusammenarbeit mit unserem Vorsitzenden, Herrn Reinhard Nasswetter, der durch seinen erfahrenen und umsichtigen Führungsstil manches bewegt und manches in das richtige Gleis gebracht hat.

Dies für heute. Dank für Ihre Aufmerksamkeit und uns allen weiterhin viel Erfolg !

15.Mai 2001